Unser Schirmherr stellt sich vor

Ich möchte euch zunächst einmal alle herzlich willkommen heißen.

Liebe Kinder, mein Name ist Fred Liepner und es ist mir eine große Ehre, euer Schirmherr sein zu dürfen. Als Frankfurter, der in dieser Stadt groß geworden ist, hat Frankfurt für mich einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Frankfurt ist eine Stadt, die für Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt steht. Und genau diese Vielfalt sehe ich auch, wenn ich in eure Gesichter schaue.

Ich freue mich besonders Schirmherr der Frankfurter LeseEule zu sein, denn mich haben Bücher schon früh geprägt. Obwohl ich in meiner Jugend viel Sport gemacht habe, kam ich immer zum Lesen, denn ich habe jede freie Möglichkeit dafür genutzt. Meine Bücher haben mich auf der langen Busfahrt zur Schule stehts begleitet. Auf meinen Reisen als professioneller American Football Spieler, habe ich vor und abends nach dem Spiel spannende Geschichten gelesen. Während meiner Schulzeit und Studiums habe ich an Tanz-Battles teilgenommen, tagsüber mein Wissen durch Bücher erweitert und so meine Karriere aufgebaut.

Und irgendwann habe ich angefangen selbst Texte und Gedichte zu schreiben. So habe ich letztes Jahr sogar ein eigenes Buch veröffentlicht, Symphonie der Seele. Dieses Buch ist eine Sammlung meiner Gedichte und vor allem meiner Gedanken. Meine Emotionen aufzuschreiben hat mir schon in vielen Situationen geholfen, so auch in schwierigen Zeiten, wo es auch mal Streit gab.

Das diesjährige Thema der LeseEule lautet: „Streiten lässt sich nicht alleine.“ In der Buchausstellung, welche ihr euch im Anschluss anschauen könnt, findet Ihr viele spannende, lustige und abwechslungsreiche Bücher zu diesem Thema. Denn manchmal erfährt man durch Bücher und Geschichten anderer – viele Situationen, die einem vielleicht schon selbst passiert sind und es kann helfen damit umgehen zu können.

Und wenn ich euch so sehe, erinnert es mich an meine eigene Schulzeit, in der wir so manche Auseinandersetzung hatten. Schon in der Grundschule ging es los – „Gib mir bitte den Ball!“ – der Ball kam aber erst zwei Minuten später zurück. Da war man so sauer, dass man seinem Freund erklärte: „Heute sind wir keine Freunde mehr!“ Und wie Kinder eben sind, haben wir das durchgezogen – zumindest bis zur nächsten Pause. In der nächsten Pause waren wir dann wieder Freunde, ganz einfach. Auch mit Geschwistern läuft es oft ähnlich. Man streitet sich über belanglose Dinge, die kurze Zeit später schon keine Rolle mehr spielen. Aber im ersten Moment ist es uns wichtig, unsere Gefühle – und unseren Trotz – auszuleben. Spätestens nach einem guten Essen ist dann meistens wieder alles in Ordnung.

Mein Tipp: Wenn ihr Streit habt oder lange diskutieren müsst – macht es am besten beim Essen. Und ja, ich weiß, mit vollem Mund spricht man nicht – also lasst euch Zeit.

Und denkt dran: Streit – egal ob in der Familie oder mit Freunden – ist oft anstrengend. Aber er muss nicht immer schlecht sein. Meistens streiten wir uns, weil uns ein Thema oder eine Person wichtig ist, oder weil wir unsere Gefühle zeigen und das ist auch gut so. Gerade in heutigen Zeiten ist es wichtig, dass wir alle zusammenhalten und auch wenn sich jeder oder jede mal streitet. Ist das Wichtigste darüber zu sprechen und im besten Fall sich wieder zu vertragen. Seid euch nicht zu schade, auch mal euren Stolz beiseitezulegen. Denn wenn wir dann wirklich eine Lösung wollen und bereit sind, uns gegenseitig zuzuhören, Kritik anzunehmen und einfühlsam aufeinander einzugehen, dann kann aus einem Streit am Ende ein viel besseres Verständnis füreinander entstehen. Denn das zeigt wahre Größe. Und ganz oft werden Freundschaften oder Beziehungen danach noch enger und schöner.

In diesem Sinne, die Welt der Bücher steht uns allen offen, also gönnt euch eine Geschichte!

Fred Liepner